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90 % der Kongress- und Veranstaltungsreisen bleiben im Inland

18.10.2007

Die Gesamtzahl der Inlandsreisen zu Kongressen, Tagungen, Konferenzen sowie Weiterbildungs- und Eventveranstaltungen mit Übernachtung beläuft sich im Jahr 2006 auf 30 Millionen – das bedeutet, dass von insgesamt 34 Millionen Kongress- und Veranstaltungsreisen mit Übernachtungen fast 90 Prozent im Inland verbleiben.


Das Marktforschungsunternehmen TNS/Infratest hat im Auftrag der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und des GCB German Convention Bureau in einer bevölkerungsrepräsentativen Grundlagenstudie den Inlandsgeschäftsreisemarkt in Deutschland untersucht und dabei in einem Zusatzmodul besonders das Segment der Kongress- und Veranstaltungsreisen fokussiert.

Fast die Hälfte der Reisen in diesem Segment führt zu Weiterbildungsveranstaltungen. Mit einem Anteil von einem Drittel ist der Besuch von Tagungen, Konferenzen und Kongressen der zweithäufigste Anlass für eine solche Geschäftsreise. Auf Eventveranstaltungen entfallen elf Prozent aller Kongress- und Veranstaltungsreisen.

Der Blick auf die Teilnehmerzahl der Veranstaltungen offenbart die Dominanz der kleineren Veranstaltungen mit bis zu 20 Teilnehmern und einem Anteil von mehr als 40 Prozent. Dies liegt vor allem an den Weiterbildungsveranstaltungen, bei denen fast zwei Drittel aller Reisen in dieses Größensegment fallen. Nur 14 Prozent der Veranstaltungen begrüßen mehr als 250 Teilnehmer.

Bei 24 Prozent lädt der Arbeitgeber die Veranstaltungsteilnehmer ein, in 21 Prozent der Fälle ein anderes Unternehmen aus der Privatwirtschaft. Auf Professionelle Weiterbildungsveranstalter und PCOs kommen weitere sieben beziehungsweise vier Prozent. Verbände, Vereine und Institutionen laden zu 40 Prozent der Veranstaltungen ein – damit ist das Verhältnis zwischen Verbänden und Wirtschaft relativ ausgewogen.

Bei den Kongress- und Veranstaltungsreisen mit Übernachtung dominiert der Pkw als Verkehrsmittel: Er kommt bei fast zwei Dritteln dieser Reisen zum Einsatz. Für fast jede fünfte Reise wird die Bahn als Hauptverkehrsmittel gewählt, das Flugzeug wird bei 14 Prozent genutzt.

Als Unterkunft wählen die Inlands-Geschäftsreisenden vor allem das Hotel: in 80 Prozent der Fälle. Der Anteil liegt bei Tagungen, Konferenzen und Kongressen mit 87 Prozent höher als bei Weiterbildungsveranstaltungen mit 77 Prozent. Der Löwenanteil der Hotelübernachtungen entfällt auf den Drei- und Vier-Sterne-Bereich: Die Vier-Sterne-Häuser kommen auf einen Anteil von 40 Prozent, die Drei-Sterne-Häuser auf rund 38 Prozent der Hotelübernachtungen.

Im Auftrag von DZT und GCB hat TNS/Infratest auch die Unternehmen untersucht, bei denen die Teilnehmer von Veranstaltungen beschäftigt sind. Es fällt auf, dass Großunternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern weltweit mit einem Anteil von 30 Prozent am häufigsten ihre Angestellten zum Besuch von Veranstaltungen schicken. Ansonsten verteilen sich die Veranstaltungsbesuche relativ gleichmäßig über die unterschiedlichen Unternehmensgrößenklassen.
Bei einer Analyse der Branchen, in denen die Besucher von Kongressen und Veranstaltungen arbeiten, ergibt sich folgendes Bild. Die drei aufkommensstärksten Branchen sind der öffentliche Dienst mit 18 Prozent, das produzierende Gewerbe sowie die sonstigen Dienstleistungen mit jeweils 15 Prozent und schließlich Handel, Finanzsektor und IT/Telekommunikationssektor mit jeweils ungefähr neun Prozent.

Der Großteil der Veranstaltungen fand im Jahr 2006 in Hotels und Kongress- oder Konferenzzentren statt. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der Struktur der Veranstaltungen an den verschiedenen Veranstaltungsorten. In Kongress- und Konferenzzentren sind fast 50 Prozent aller Veranstaltungen Tagungen, Konferenzen oder Kongress, 30 Prozent fallen in die Rubrik Weiterbildungsveranstaltung, weitere 19 Prozent gehören zu den Events. Erwartungsgemäß finden in Kongress- und Konferenzzentren tendenziell eher große Veranstaltungen statt, zu mehr als der Hälfte gehen sie von einem Verband, Verein oder einer Institution aus.
In Hotels gehen dagegen mehr als zwei Drittel der Veranstaltungen auf die Privatwirtschaft zurück, nur 28 Prozent auf öffentliche Stellen. Hier dominieren Veranstaltungen mit geringen Teilnehmerzahlen. Der Anteil der Weiterbildungsveranstaltungen liegt mit fast 50 Prozent deutlich höher als bei Kongress- und Konferenzzentren. Gut ein Drittel entfällt auf Tagungen, Konferenzen und Kongresse, nur neun Prozent auf Eventveranstaltungen.
In Hochschulen und Universitäten haben Weiterbildungsveranstaltungen mit 56 Prozent den größten Anteil. Die Teilnehmerzahl liegt hier schwerpunktmäßig im Mittelfeld. Mit 90 Prozent geht die überwältigende Mehrheit der Veranstaltungen von Verbänden, Vereinen und Institutionen aus.

Die Studie untersuchte auch, wie Teilnehmer auf Veranstaltungen aufmerksam werden: Fast die Hälfte (45 Prozent) reagiert auf eine persönliche Einladung, weitere 21 Prozent auf Informationen aus dem Kollegenkreis.
Die wichtigsten Gründe für die Teilnahme an den Kongress- und Veranstaltungsreisen auf einer Bewertungsskala von 1 (sehr wichtig) bis 5 (überhaupt nicht wichtig) sind:
das Einholen von Informationen mit einem Wert von 1,8,
Erfahrungsaustausch und Weiterbildung mit jeweils 1,9,
Fachdiskussion mit 2,1,
der Austausch mit Kollegen mit 2,2,
Kontaktpflege mit 2,4 und
das Knüpfen neuer Kontakte mit dem Wert 2,5.

URL: www.gcb.de