News

Stärken des Veranstaltungsstandorts Deutschland im Fokus

27.08.2014

Impulse der Keynote-Rede von Dr. David Bosshart und der abschließenden Podiumsdiskussion auf der Meeting Experts Conference (MEXCON) 2014: Mit Vernetzung sowie der Fokussierung auf Know-how kann Deutschland sich im internationalen Wettbewerb auch künftig behaupten. Die zentralen Ergebnisse der MEXCON sind in einer Broschüre zum Download unter www.mexcon.de zusammengefasst.


Zum Abschluss der Meeting Experts Conference (MEXCON), die vom 11. bis zum 13. Juni 2014 im MARITIM Hotel Berlin stattfand, widmete sich Dr. David Bosshart, Leiter der schweizerischen Denkfabrik GDI Gottlieb Duttweiler Institute, dem Kernthema der Konferenz: der Zukunft der Veranstaltungsbranche. Besonders Bossharts Skizzierung des digitalisierten Arbeits- und Lebensalltags sorgte unter den mehreren Hundert Zuhörern für große Aufmerksamkeit.

Eine provokante These des Redners lautete: „Das Team "Sie und ihr Smartphone" wird viel wichtiger sein als "Sie und ihre Mitarbeiter". Die Maschine weiß, wer sie sind, was sie wollen oder mit wem sie sich treffen. Die Intelligenz der Maschine wächst schneller als die des Menschen.“ Auf dieser Basis stellte Bosshart die Bedeutung der Technisierung sowie die Prägung durch Social Media für Veranstaltungen heraus: Face-to-Face-Erfahrungen blieben auch künftig wichtig, stünden aber zunehmend im Wettbewerb zum virtuellen Bereich. Die Folgen für Tagungen, Meetings und Events: „Der informelle Teil der Veranstaltung wird wichtiger als der formelle Teil. Die Macht verschiebt sich von den Veranstaltern und Referenten zum Publikum.“ Eine Entwicklung, die aber auch Chancen berge: „Wer die Technologie gut nutzt, gewinnt.“

Ein zweiter Schwerpunkt der Keynote-Rede war die Vernetzung von Veranstaltungsanbietern: „Wir müssen heute viel mehr Pools oder Netzwerke aufbauen, die zu Win-Win-Situationen führen“, so Bosshart. In gut geführten Städten – laut Bosshart den künftig wichtigen Playern im internationalen Wettbewerb um Veranstaltungen – zählten Faktoren wie Privat Public Partnership, eine Mischung verschiedener Branchen sowie ein stimmiges Umfeld mit Zuliefersystemen und kleineren Städten.

An die Beobachtungen und Thesen von Dr. David Bosshart knüpfte die abschließende Podiumsdiskussion der MEXCON an. Moderator Christoph Teuner fragte die Teilnehmer der Diskussion nach den Faktoren, mit denen sich Deutschland als Veranstaltungsstandort künftig im internationalen Wettbewerb behaupten kann. Die Diskutanten verwiesen auf ganz unterschiedliche Aspekte: Michael Kirnberger, Ehrenpräsident des Verbandes Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) nannte die Qualität, das breite Angebotsspektrum in verschiedenen Preisklassen sowie den hohen Sicherheitsstandard als Deutschlands Stärken. Otto Lindner, Vorstand der Lindner Hotels, zählte neben wichtigen „Sekundärtugenden“ wie Fleiß, Pünktlichkeit und Ordnung vor allem die Authentizität von regional verankerten Veranstaltungen zu den Erfolgsfaktoren: „Wenn man als Standort diesen emotionalen Vorteil erreicht hat, verfügt man über den entscheidenden Vorteil. Es geht nicht nur ums Geld, sondern um Bindungen.“

Im Vergleich zu aufstrebenden Standorten betonte Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Leipzig: „Wir haben Bildung, soziale Netze, soziale Sicherheit, Sicherheit, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Ökologie. Damit kann man durchaus gewinnen. Alleinstellungsmerkmal eines Standorts ist Wissen - wo kein Wissen ist, finden auch keine Veranstaltungen statt.“

Ulrich Klenke, CMO Deutsche Bahn AG / Leiter Konzernmarketing, stimmte zu: „Ich glaube, dass wir einen Vorsprung haben, was Know-how und Wissen angeht sowie in Bezug auf den kulturellen Zusammenhalt in der Gesellschaft.“

Rainer Nitsche, Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus & regionale Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Magdeburg, sagte stellvertretend für die deutschen Städte: „Wir können uns mit Stolz auf unsere Leistungen im Bereich der Energiewende, aber auch im Bereich der Digitalisierung in der Welt behaupten.“ Im Hinblick auf die Subventionierungspolitik verschiedener Städte zur Akquise von Events sagte Nitsche, dass die deutschen Destinationen sich vor allem durch intelligente Ideen Vorteile verschaffen sollten anstatt durch den Preis-Wettbewerb. Hier waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: „Die größte Gefahr besteht darin, dass wir den Wettbewerb ausschließlich über Geld führen wollen und dabei die Ideen vergessen“, so Otto Lindner.

Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB German Convention Bureau e.V.: „Die Einschätzung der Fachleute hat deutlich gezeigt: Der Standort Deutschland kann im internationalen Wettbewerb vor allem mit Vielfalt und Know-how punkten.“

Joachim König, Präsident des EVVC – Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V, ergänzte: „Die Diskussionsteilnehmer haben die Herausforderungen und Chancen Deutschlands im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung aufgezeigt. Die Konferenz hat damit bis zur letzten Minute wertvolle Anstöße geboten, mit denen die Teilnehmer in ihren Unternehmen positive Veränderungen im Sinne ihrer Zukunftsfähigkeit anstoßen können.“

Die Broschüre gibt es zum Download unter:

URL: www.mexcon.de